Süchte/Suchtverhalten

 
Süchtiges Verhalten kann als Versuch angesehen werden, von einem „schlechten“
in einen „besseren“ Befindlichkeitszustand zu kommen – ohne Rücksicht auf die gesundheitlichen und sozialen Folgen.

Das süchtige Verhalten dient dabei z. B. zur Stimmungsveränderung, zur Spannungsreduktion, zur Stressbewältigung oder zum Aufbau und Stabilisierung des Selbstwertgefühls.

In einem gewissen Ausmaß wird exzessives Verhalten durch gesellschaftliche Konventionen gefördert, gefordert und unterstützt: Trinken von Alkohol, Konsum von Waren und Dienstleistungen (Kaufen), berufliches Engagement (Arbeiten), Benutzung elektronischer Medien (Computerspiele, Internetkommunikation), gesundheitsbewusste körperliche Betätigung (sportliches Training). Als krankhaft werden diese Verhaltensmuster bezeichnet, wenn sie hinsichtlich der Häufigkeit des Verhaltens ein vertretbares Ausmaß überschreiten, wenn sie einen (zu) großen  Teil des eigenen Lebensraums oder des Lebensalltags einnehmen, wenn das Selbstwertgefühl der Betroffenen von der Weiterführung der Verhaltensweisen abhängig ist und wenn erhebliche negative und nicht mehr tragbare Folgen solcher Exzesse eingetreten sind.