Angebote für Kinder

Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle gegen Suchtgefahren (DHS) sind zwischen 2 und 3 Millionen Kinder unter 18 Jahren direkt von den negativen Folgen der Suchtmittelabhängigkeit eines Elternteils betroffen. Für Baden-Württemberg bedeutet das, dass ca. 250.000 bis 300.000 Kinder suchtkranker Eltern ungünstige Ausgangsbedingungen für eine gesunde Entwicklung haben. 

Kinder suchtkranker Eltern wachsen in einem besonders schwierigen Umfeld auf. Von ihren Eltern werden sie häufig vernachlässigt. Auf der anderen Seite müssen sie durch die Sucht der Eltern häufig eine besondere Verantwortung für Ihre Eltern tragen. Sie lernen nicht zu spielen - ihre Eltern haben oft auch die Fähigkeit verlernt, mit ihren Kindern zu spielen. Diese Kinder wachsen in einem Umfeld auf, in dem sie wenig Bestätigung bekommen.

Partner des Programms ist die Heidelberger Kapellengemeinde und Blaues Kreuz Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis.

Die Kapellengemeinde ist die „Diakoniekirche für Heidelberg“. Sie gehört zur Evang. Kirche Heidelberg, ihre Trägerin ist die Evang. Stadtmission Heidelberg.

Als Diakoniekirche hat sie den Treff „manna“ für Menschen, die mit wenig Geld leben, aufgebaut und bietet seit drei Jahren monatlich Afrika-Gottesdienste an. Ihr besonderes Anliegen sind Menschen, die ausgegrenzt werden. Mit dem Blauen Kreuz verbindet die Kapellengemeinde eine langjährige Partnerschaft. Die Kapellengemeinde ist die „geistliche Heimat“ des Blauen Kreuzes. Hier finden Gottesdienste, Ausstellungen und andere Veranstaltungen des Blauen Kreuzes statt.

Weitere potentielle Kooperationspartner:

Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe in Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis (Jugendamt usw.) und all denjenigen, die sich um Kinder kümmern und dabei mit suchtmittelbelasteten Familien in Kontakt kommen (Kindergärten, Jugendgerichtshilfe usw).

Trampolin Gruppe für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern (Link zum Flyer)
Die Gruppe Trampolin ist eine Gruppe für 8-12-jährige Kinder mit einem psychisch- oder suchtbelasteten Elternteil.
Im Rahmen der Gruppe machen die Kinder die Erfahrung, dass sie damit nicht allein sind und dass es nicht an ihnen liegt, wenn die Eltern Probleme haben. Durch die Teilnahme bekommen die Kinder die Möglichkeit, Stärken und neues Selbstbewusstsein zu entwickeln und mit schwierigen Situationen besser umzugehen. Spiel und Spaß sollen dabei selbstverständlich nicht zu kurz kommen.
Der nächste Kurs findet im Herbst 2025 in Kooperation mit der Psychologischen Beratungsstelle
für Erziehungs-, Partnerschafts- und Lebensfragen Neckargemünd statt. Sie können sich gerne auf die Interessentenliste setzen lassen. Voraussetzung zur Teilnahme ist die Zustimmung von allen Sorgeberechtigten.
 
Franziskus-Kinder
Kindergruppe
Pädagogisches Freizeitangebot für Kinder


Oft sind Kinder von suchtkranken Eltern auf sich allein gestellt oder müssen gar in vielen Lebensbereichen die „Elternrolle“ übernehmen und für ihre Eltern sorgen. Hinzu kommt, dass sie das Verhalten ihrer Eltern nicht verstehen können und mit der Situation überfordert sind.

Ein/e Pädagoge/in bietet deshalb einen wöchentlichen Termin an, zu dem Kinder suchtkranker Eltern kommen können. Sie spielen hier, entfalten sich, bekommen Aufmerksamkeit und haben eine/n kompetente/n Ansprechpartner/in, der ihre Hintergründe und ihre besondere Problemstellung kennt.

Hier ein Link zu einem Interview mit Christiane Urmetzer zum Projekt "Trampolin"

https://www.deutschlandfunk.de/trampolin-hilfe-fuer-kinder-suchtkranker-eltern-dlf-f80a99d1-100.html

Elterngruppe
Zusammenarbeit mit Eltern

Die Erfahrung zeigt, dass suchtkranke Eltern häufig deshalb Hilfsmöglichkeiten ablehnen, weil sie sich schämen und mit ihren Schuldgefühlen nicht zurecht kommen. Auch haben diese Eltern oft selbst nicht gelernt, was es heißt, sich um ein Kind zu kümmern und für eine kindgerechte Umgebung zu sorgen.

Der/die Pädagoge/in trifft sich mit den Eltern und bringt ihnen bei, wie sie sich auf kindgerechte Weise um ihre Kinder kümmern können. Wichtig beim Umgang mit suchtkranken Eltern ist die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Pädagogen, Eltern und den Kindern. Den Eltern wird dabei auch ein alternatives Leben in der Abstinenz vermittelt, was für sie eine Hilfe im Kampf gegen ihre Sucht ist.