Internet-Abhängigkeit

Internet-Abhängigkeit (Internet Addiction Disorder) ist eine relativ neue Erscheinung. Die individuelle Ausprägung wandelt sich rasch – so, wie sich das Internet selbst ständig ändert. Die Häufigkeit von Internet-Abhängigkeit wird – je nach untersuchter Stichprobe – auf etwa 5% der Internet-Nutzer geschätzt.

Ähnlich wie bei der Spielabhängigkeit ist es so, dass wenn bestimmte Ereignisse eintreten, Glücksgefühle durch Ausschüttung von Endorphien im Gehirn produziert werden. Ein weiterer Aspekt ist, dass beim stundenlangen Spielen oder Fernsehen das Leben mit all seinen Problemen vergessen wird. Beim vollständigen Versinken in die virtuelle Welt von Computern oder beim Fernsehen entspannt sich der Körper, das passive Konsumieren wird als wohltuend empfunden. Betroffene verbringen oft mehrere Stunden täglich mit den bevorzugten Medien und vernachlässigen dabei Familie, Freunde und Freizeitaktivitäten. Je intensiver die Beschäftigung mit dem jeweiligen Medium ist, desto weniger wert wird auf andere Interessen gelegt. Jobverluste können eine Folge dessen sein.

Es besteht ein großer  Bedarf an aufklärender Information und übersichtlichere Wege zum Hilfesystem. Internet-Abhängigkeit hat einen langen Vorlauf und die Weichen dazu werden oft schon im Kleinkindalter gestellt. In vielen Familien ist der Medienkonsum ein nahezu unlösbares Problem geworden und die Hilflosigkeit der Eltern ist nach unserer Erfahrung groß.

OnlinesuchtInternetabhängigkeit - z.B. Online-Rollenspiele (World of Warcraft usw), Online-Communities, Chatten oder Cybersex - beschreibt den zwanghaften Drang zu unkontrollierten Aktivitäten im Internet. Das Netz wird zum wichtigsten Bestandteil im Tagesablauf, vergleichbar mit der Spielsucht, für den Betroffenen gerät das soziale, finanzielle und emotionale Gleichgewicht ins Wanken.

Immer häufiger kommt es zum Zerbrechen von Beziehungen bzw. zum Verlust des Arbeitsplatzes. Aufgaben und Verpflichtungen im wirklichen Leben können nicht mehr wahrgenommen werden. Kontrollverlust und die zunehmende Unfähigkeit, die Internetaktivitäten einzuschränken, führen immer wieder zu Schuldgefühlen.

Betroffene versuchen, ihre Abhängigkeit vor Freunden und Bekannten zu verheimlichen. Immer mehr ziehen sie sich von der Außenwelt und der Realität zurück und surfen wird immer mehr zum Mittelpunkt ihres Lebens.